Jetzt Ihr Hochbeet selber bauen

Selbst ist der Gärtner! Wenn es Richtung Frühling geht, erwachen die Anbau-Gefühle zu neuem Leben. Die alten Fragen stellen sich ein: Ist im kleinen Garten oder auf der Veranda auch genug Platz für selbst gezogenes Gemüse? Die Antwort darauf ist: Ja – mit einem Hochbeet. Doch nicht nur bei Platzmangel entfaltet das Hochbeet seine Vorteile. Es ist nämlich nicht nur platzsparend, sondern auch rückenschonend und zeichnet sich durch die besondere Anlage auch noch durch Effizienz und Langlebigkeit aus. Auch für Hobbydesigner ist ein selbst angelegtes Hochbeet – mit all den kreativen Möglichkeiten, die es bietet – ein Traum. So steht dem eigenen feldfrischen Grünzeug nichts mehr im Wege.

Der perfekte Standort für ein Hochbeet

Bevor der Akku-Schrauber herausgeholt wird, gilt es für das Hochbeet den optimalen Platz an der Sonne zu finden. Dieser sollte sich in Richtung Süden befinden, damit die Gewächse mindestens fünf bis sechs Sonnenstunden ausgesetzt sind. So gedeihen sie besonders schnell. Außerdem sollte das Hochbeet so postiert sein, dass man bequem von allen Seiten daran arbeiten kann. Zudem sollte es windgeschützt sein. Tipp: Besonders bei nährstoffarmem oder kontaminiertem  Boden ist das Hochbeet eine intelligente Lösung.

Kein Garten? Kein Problem!

Die räumliche Flexibilität ist eindeutig von Vorteil; man muss sich über Mutter Natur und das Vorhandensein von Erde keine Gedanken machen. Als Nicht-Gartenbesitzer sollte man sich allerdings vor Baubeginn über die Tragkraft von Terrasse oder Balkon informieren, denn besonders nach dem Gießen kann das Hochbeet sehr schwer werden. Auf nicht erdigem Untergrund benötigen Sie für das Hochbeet darüber hinaus Drainagelöcher, damit das Wasser leichter abfließen kann.

Hochbeete aus Holz, Kunststoff oder Naturstein

Hochbeete können mit unterschiedlichsten Materialien angelegt werden: Je nach Geschmack und handwerklicher Geschicklichkeit. Die häufigsten Werkstoffe haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Holz (schöne Optik und gute Isolationseigenschaften, besonders umweltfreundlich)
  • Kunststoff (gute Isolation, witterungsbeständig und unempfindlich gegen Feuchtigkeit)
  • Naturstein (sehr zeitintensiver Aufbau, fügt sich jedoch sehr schön in die Umgebung ein)
  • Metall (vorwiegend Edelstahl, preisintensiv, ästhetisch jedoch reizvoll)

Fertige Bausätze aus diversen Materialien sind im Handel ab 200 Euro erhältlich. Der vollständige Bausatz enthält die bereits verschraubten Seitenteile samt Gitter und Noppenfolie. Die einzelnen Teile müssen dann nur mehr montiert werden.

Hochbeet-Bausatz aus Holz

Selbst Hand anzulegen bietet jedoch definitiv den Vorteil, dass das Hochbeet optimal dem vorhandenen Raum angepasst werden kann: In der Höhe der eigenen Körpergröße, in der Breite dem zur Verfügung stehenden Platz und der Armlänge des Gärtners. Ein Hochbeet aus Holz ist dabei sehr zu empfehlen, denn es lässt sich einfach selber bauen, überzeugt im Preis-Leistungsverhältnis und ist langlebig. Zudem handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff und ist daher besonders umweltfreundlich. In den Garten fügt sich Holz als natürliches Material sehr ansprechend ein und bietet optisch viele Veränderungs-Möglichkeiten.

Planung und Recherche

Beim Kauf der Bretter muss vor allem darauf geachtet werden, dass es sich um unbehandeltes Gehölz handelt. Aufgrund der Schadstoffe sollte es weder lackiert noch imprägniert sein. Für Hochbeete eignen sich vor allem Fichte, Lärchenholz oder Eiche. Sie weisen eine hohe Festigkeit und Zähigkeit auf, die sich im Außenbereich bezahlt machen. Darüber hinaus sind diese Arten sehr stabil, da sie ein geringes Quell-, und Schwindverhalten an den Tag legen. Diese Wetterfestigkeit eignet sich daher besonders für den Bau eines Hochbeetes. Die Holzteile in der gewünschten Form können problemlos im Baumarkt oder beim Holzhändler besorgt werden. Ein Richtwert für die Größe des Hochbeetes liegt dabei zwischen 70 cm bis 1 m Höhe und circa 1,20 m Breite. Aber wie gesagt: Entscheidend für die Wohlfühl-Dimension ist die eigene Körpergröße und Körperhaltung. Dies erspart Ihnen sinnlose Rückenschmerzen bei Ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung.

Welche Materialien werden zum Selber Bauen benötigt?

Die Liste der Materialien, die sie besorgen müssen, sieht folgendermaßen aus:

  • Holzbretter (ungefähr vier Zentimeter dick) in der für Sie entsprechenden Menge. Vorsicht: Vergessen Sie nicht den Verschnitt in die Menge miteinzurechnen.
  • Kanthölzer bzw. Ecksteher (Umfang: zwischen 6 und 8 Zentimeter. Die Hölzer sollten dabei etwas länger sein als die finale Höhe des Beetes).
  • Feinmaschiges Hasengitter für den Untergrund als Wühlmaus-Schutz.
  • Noppenfolie oder Teichfolie zum Schutz der Innenwände vor schneller Verwesung.
  • Rostfreie Schrauben (Edelstahlschrauben oder beschichtete Schrauben) – verzinkte und schwarze Schrauben korrodieren und verändern die Farbe des Holzes.
  • Handlauf (z.B. ausgediente Fensterbretter) und gekantetes Blech als Schneckenschutz. Das Blech kann unter der Kante des Handlaufes befestigt werden und ist so auch vor Regen geschützt. Dies vermindert außerdem die Verletzungsgefahr.

Das richtige Werkzeug ist die halbe Miete

Für den gelungenen Bau eines Holz-Beetes brauchen Sie zusätzlich das richtige Werkzeug. Grundlegend benötigen Sie zum genauen Bearbeiten des Materials einen rechten Winkel, einen Bleistift und ein Lineal. Wird das Hochbeet im Garten aufgestellt, erweisen sich z.B. Nägel mit gespannten Schnüren als sehr sinnvoll. So ist der auszuhebende Bereich schnell und effektiv markiert. Zum Zuschneiden der Holzbretter bieten sich folgende Sägen an: Bogensäge, Absatzsäge, Kreissäge oder Fuchsschwanz. Ein Tucker hilft beim Anbringen der Folie auf den Innenseiten. Last but not least: Der Akkuschrauber oder Schraubenzieher ist notwendig, um die Bretter an den Eckpfeilern anzubringen.

Eine kleine Hochbeet-Bauanleitung

Wird das Hochbeet auf dem Rasen angelegt, empfiehlt es sich zuerst eine 30 cm tiefe Grube auszugeben. In diese wird das Hochbeet eingesetzt (auf festem Untergrund wird der Boden mit Brettern und Folie ausgekleidet). Dann werden die zugeschnittenen Bretter von unten nach oben mit den Eckstehern verschraubt. Auf lockerem Grund ist es sinnvoll, mit der Verschraubung der Ecksteher ab 40 cm zu beginnen. So können die Kanthölzer in den Boden gedrückt werden, sodass die untersten Holzbalken auf der Grubenkante aufliegen. So steckt das Gerüst optimal fest.

Kampf gegen Wühlmäuse

Nachdem Sie die Verschraubung der Holzbretter abgeschlossen haben, legen Sie das Hasengitter im Hochbeet aus und schützen es so vor Wühlmaus-Angriffen. Je engmaschiger das Gitter, umso besser. Das Hasengitter sollte an den Innenseiten leicht hochgebogen werden und kann sodann mithilfe eines Tuckers festgemacht werden. Auf diese Weise haben die Wühlmäuse keine Chance, in das Hochbeet einzudringen. Zu guter Letzt werden die Holz-Innenseiten mit Noppenfolie oder wahlweise Teichfolie bespannt. Dies schützt den Werkstoff vor der Feuchtigkeit und Wärme, die durch die Kompostierung entstehen. Doch dazu später mehr. Auch vor der Verwitterung durch Wasser bzw. Regen brauchen Sie sich dann keine Gedanken mehr zu machen.

Schnecken im Hochbeet – was tun?

Sollte sich das Hochbeet auf dem Söller befinden, brauchen Sie sich um den Ungezieferschutz keine Sorgen zu machen. Steht die Konstruktion in der Gartenanlage, kann bereits beim Bau eine etwaige Schneckenplage abgewendet werden. Um die Schnecken abzuhalten, bringen Sie am oberen Beet-Rand einen Handlauf an. Dieser kann beispielsweise aus alten Fensterbrettern oder auch Holzbrettern bestehen. Darunter schrauben Sie ein  gekantetes Blech fest. Dieses ist fast nicht zu sehen und  hält das Hochbeet schneckenfrei! Alternativ dazu bietet sich auch Schneckenkorn an. Der kleine Zubau ist aber auf alle Fälle weniger schädlich und rechnet sich allemal langfristig.

Befüllung

Nun muss das Hochbeet nur noch richtig angefüllt werden, bevor es an die Bepflanzung gehen kann. Beim Füllen gilt folgende Regel: Von grob zu fein. Die unterste Schicht bilden Äste, Zweige und grobes Häckselgut (dies bietet auch zusätzlichen Schutz vor unerwünschten Nagern). Darauf folgt eine Schicht aus verrottetem Laub und Stallmist, was die kompostierende Wärme erzeugt. Sollten Sie keinen Zugang zu Mist haben: Halb so schlimm. Laub reicht vollkommen aus. Darauf gibt man noch eine Schicht Grob-, und Feinkompost sowie Gartenerde. Ein wenig Pflanzensubstrat erleichtert zudem das Einsetzen der Samen und sorgt für ein schnelleres Wachstum der Sprösslinge. So ist die beste Wärme- und Nährstoff-Umgebung für Ihre Lieblings-Gewächse geschaffen, und Sie können sich auf eine ertragreiche Ernte freuen.

Tipp: Der beste Zeitpunkt für das Bauen und Füllen von Hochbeeten ist der Herbst und der zeitige Frühling. Geschnittene Sträucher und Laub kann man dann direkt im Hochbeet als Dünger verwenden – anstatt sie zu kompostieren. Achten Sie aber darauf, dass keine giftigen Laubabfälle den Weg in den Kompost finden. Bepflanzt werden kann im Mai und Juni, außer Sie bauen Ihr Hochbeet zum Frühbeet um und können so auf langes Warten verzichten.

Die Besten kommen ins Töpfchen

Der eine liebt Tomaten, die andere ist süchtig nach Salat. Angebaut wird, was schmeckt, und das ist auch gut so! Befolgt man jedoch eine grobe Reihenfolge der Bewirtschaftung, kann man sich bis zu 8 Jahre an seinem Hochbeet erfreuen. Zu Beginn ist die beste Versorgung der Pflanzen gewährleistet. Es empfiehlt sich daher Starkzehrer – wie Tomaten, Paprika, Kürbisse – in den ersten zwei Jahren anzubauen. Darauf folgen die Mittelzehrer ab dem dritten Jahr – Salate, Zwiebeln oder Fenchel – und die Schwachzehrer zum Schluss: Erbsen, Bohnen und diverse Kräuter. Mit jedem Kalenderjahr sackt der Nährhumus im Beet aufgrund der Verwesung ein wenig ab. Sie müssen aber nicht jeden Frühling alles komplett neu anlegen. Sie füllen einfach Düngererde an der Oberfläche auf. Ab dem sechsten Jahr sollte das Hochbeet dann jedoch komplett entleert und neu angefüllt werden.

Frühlingsgefühle

Bio-Gemüse macht doch viel mehr Spaß im eigenhändig gebauten Holzbeet. Dieses kann zum Abschluss auch noch von außen mit Imprägnieröl behandelt werden. So bleibt der ursprüngliche Farbton erhalten. Für die Hobby-Künstler bietet sich außerdem noch die Möglichkeit der Verschönerung an, z.B. durch Anmalen oder Behängen mit netten Dekorations-Gegenständen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt und dem Anbau sowieso nicht. Da kann der Frühling ruhig kommen.